nederlandse vereniging voor kunstzinnige therapieën

Josine Laarakker (Hogeschool Leiden), 49e internationale muziekconferentie 2017 Zutphen

Door Redactie - In: Conferenties - 28 oktober 2017

Ein Neuanfang: leben mit Traumata
Musiktherapeutische Behandlung zur Integration von PTBS.

Präsentation der Bachelor Diplom-Forschung von Josine Laarakker (Hogeschool Leiden), über die Anwendung von Musiktherapie in der Integrationsphase der Posttraumatischen Belastungsstörung.

Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) zählt zu den psychischen Erkrankungen. Ein Psychotrauma ist eine Verletzung der Psyche und entsteht durch eine oder mehrere tiefgehende Ereignisse in Moralen, psychischen oder physischem Sinne. Wenn die Erlebnisse nicht verarbeitet werden können wird gesprochen von einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Neu in der in 2014 erschienen DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) ist das PTBS nicht mehr unter den Angststörungen vermeldet ist, sondern in einer eigenen Kategorie: Trauma- und stressorbezogene Störungen. Zu den typischen Hauptsymptomen nach Traumatisierungen gehören Intrusionen, Avoidance, Hyperarousal, Emotionale Taubheit und Stimmungswechsel.

    

  Im Allgemeinen besteht die Behandlung von PTBS aus drei Phasen: die Stabilisierungsphase, die Verarbeitungsphase und die Integrationsphase. Innerhalb dieser Phasen wird an immer neuen Ziele gearbeitet. In der Integrationsphase geht es um die Einordnung des Erlebten in die persönliche Lebensgeschichte. Die Phasen zeigen sich allerdings nicht in einer festen Reihenfolge; eher kann man sich die Phasen in einer Spiralform vorstellen wobei die Phasen auf immer einem neuen Niveau wiederkehren. In der festgestellten Behandlung von PTBS bildet Musiktherapie bisher noch keinen integralen Bestandteil, wird aber immer mehr anerkannt. Die Wirksamkeit von Musiktherapie in der Stabilisierungs- und Verarbeitungsphase von PTBS ist schon häufiger untersucht und in kleinen Zahlen auch erwiesen. In der Zeit als ich meine Diplom-Forschung ausgeführt habe – mit der Frage welche Form und Inhalt ein Musiktherapeutisches Behandlungsmodul für Erwachsene in der Psychiatrie hat, mit einem Fokus auf die Integrationsphase von PTBS – habe ich allerdings keine musiktherapeutischen Behandlungsmodule finden können in Bezug auf die Integrationsphase.

Um relevante Daten zu versammeln habe ich eine umfassende Literaturforschung aufgeführt, acht auf PTBS spezialisierte Musiktherapeuten und eine Psychotherapeutin interviewt, und ein Symposium über PTBS besucht.  Außerdem habe ich die versammelten Resultate über drei Monate getestet mit Erwachsenen in zwei verschiedenen, gemischten Musiktherapiegruppen in der allgemeinen Psychiatrie. Leider hat es damals nicht geklappt um zwei Gruppen zu errichten bestehend aus ausschließlich Patienten mit PTBS in der Integrationsfase. Deshalb ist das gesamte Behandlungsmodul mit den eventuellen Ergebnissen noch nicht getestet worden.

      In meiner Diplom-Forschung habe ich wichtige Lebensthemen der Patienten, Musiktherapeutische Kontra-Indikationen und Informationen über die Therapeutische Haltung versammelt. Auch habe ich sechs verschiedene Behandlungsziele definiert und involviert in das Behandlungsmodul wo in insgesamt zwölf wöchentlichen Gruppensitzungen auf ein selbstgeschriebenes Lied hinarbeitet wird. Um die Patienten dafür zu stimulieren wird am Anfang der Behandlung ein Notizbuch ausgeteilt in dem die Patienten in der Behandlungsfase Texte und Zeichnungen versammeln können die später in ihrem persönlichen Lied verarbeitet werden können.

      An die Behandlungsziele (loslassen und entspannen; hier und jetzt: Kommunikation und innerlicher Kontakt; Grenzen: erkennen, bewachten und erweitern; Emotionsregulation und Trauer; eigene Stärke ansprechen: Selbstvertrauen und ein positives Selbstbild; Integration: Sinngebung und Blick auf die Zukunft) habe ich Ratschläge für musikalische Mittel verbunden, variierend von aktiver Musiktherapie bis rezeptive Musiktherapie. Dabei muss angemerkt werden das es für die Patienten einfacher ist um ein Gefühl von Kontrolle zu behalten bei aktiven Übungen. Neben den verschiedenen musiktherapeutischen Übungen werden in der letzten Sitzung alle Musikstücke aufgenommen, dienend als Abschiedsritual das die Patienten mit nach Hause nehmen können.

Um die Effekte messen zu können habe ich in meiner Diplom-Forschung verschiede Ideen präsentiert und Observierungskriterien formuliert. Ich empfehle 2 Forschungsgruppen zu errichten die im Nachhinein miteinander verglichen werden können. Die Gruppen bestehen aus circa sechs Patienten mit einer Sitzungsdauer von 90-120 Minuten. Die Effekte können gemessen werden mit Videoaufnahmen, Fragebogen PCL-5 (PTSD Checklist for the DSM-5, über die Veränderungen der PTBS-Symptome) und Sitzungsformulare um pro Sitzung die Beobachtungen festzulegen und im Nachhinein miteinander zu vergleichen. Außerdem können die innerhalb der Forschung formulierten Observationskriterien pro Sitzung und pro Patient an das Formular hinzugefügt werden. Schließlich habe ich auch noch verschiedene Fragebogen dargestellt mit einem Fokus auf Integration. Diese Fragebögen können vor und nach jeder Sitzung an die Patienten vorgelegt werden, sowie einen Monat nach der Beendung der Behandlung. Außerdem habe ich Fragebögen komponiert die an wichtige Personen aus dem Umfeld der Patienten vorgelegt werden können.

Die Frage bleibt bisher noch offen ob und in welcher Form man Effekte wahrnehmen kann bei Patienten mit PTBS in der Integrationsphase. An Interessierte stelle ich meine Diplom-Forschung deshalb gerne zur Verfügung.